Projekt KOCHGALOPP

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung eines Zirkusprojektes der Johanna-Schule präsentierte der Reitverein Integration in Bernau am Freitag, dem 15. Juli, um 10 Uhr, sein Projekt KOCHGALOPP im Zirkus Baldini mit einer Voltigier- und Kochshow.

 

Das Projekt KOCHGALOPP will mit Pferden Kinder stärken. Die Schüler der Johanna-Schule Bernau reiten und voltigieren dabei auf ausgebildeten Ponys. Alles passiert spielerisch und nach individueller Voraussetzung. Die Kinder lernen auf und mit einem Pferd, sich auf ihren Körper und ihre Bewegungen zu konzentrieren. Sie trauen sich etwas zu! Und sie erfahren auf kreative Art und Weise, wie sie sich gesund und ausgewogen ernähren können. Allerlei Lebensmittel werden gründlich unter die Lupe genommen. Apfel oder Birne? Schälen oder Schnippeln? Kochtopf oder Backform? Auch die Zubereitung spielt eine Rolle. Die Kinder basteln, malen und sie kreieren „Food Art“, also essbare Kunst. Guten Appetit!

 

Der Zirkus Baldini ist ein Familien-Zirkus, der in der 3. Generation geführt wird. Zusammen mit Pädagogen hat die Zirkusfamilie ein erlebnisorientiertes Konzept entwickelt, das für Freude und Teamgeist steht. Seit dem Jahr 2005 führt der Zirkus neben den traditionellen Zirkusshows Kinderzirkusprojekte mit Schulen, Kindergärten und Kinder-Jugendorganisationen durch und erhielt dafür schon zahlreiche Auszeichnungen. Das Zirkuszelt wird vom 11.-15.7.16 auf dem Platz in der Ladeburger Chaussee , Ecke Neuer Schulweg stehen. Besonderer Dank gilt der Stadt Bernau, insbesondere dem Bürgermeister André Stahl, für die unkomplizierte Bereitstellung des Platzes und die Übernahme der Betriebskosten!

 

KOCHGALOPP führt der Reitverein Integration e.V. in Bernau in Kooperation mit dem Förderverein der Johanna-Schule und der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal durch. Das Projekt wird schon zum zweiten Mal von der Deutschen Sportjugend im DOSB gefördert und ist Teil von „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“. Mit diesem Programm finanziert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bis 2017 außerschulische Angebote der kulturellen Bildung. In lokalen Bündnissen für Bildung realisieren ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger bundesweit Projekte für Kinder und Jugendliche.

 

Mit dem Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ finanziert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bis 2017 außerschulische Angebote der kulturellen Bildung. In lokalen Bündnissen für Bildung realisieren ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger bundesweit Projekte für Kinder und Jugendliche.

 

Paten- und Mentorenprogramme, Leseförderungen, Ferienfreizeiten, Musik-, Tanz-, Theater- oder Zirkusaktionen. Durch die aktive Beschäftigung mit Kunst und Kultur erleben die Kinder und Jugendlichen persönliche Wertschätzung, sie entwickeln neue Perspektiven und erlernen wichtige Fähigkeiten für ein erfolgreiches und selbstbestimmtes Leben. Das Programm ist in allen Bundesländern präsent: Aktuell setzen es 32 Verbände und Initiativen als Partner um und fördern die Bündnisse vor Ort. Es gibt schon über 11.500 Angebote – und es werden immer mehr. „Wenn es uns gelingt, möglichst vielen Kindern und Jugendlichen, die es nicht leicht haben in ihrem Leben, durch die Angebote kultureller Bildung etwas mehr Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten und Talente sowie Freude am gemeinsam Erlernten zu vermitteln, haben wir etwas sehr Gutes und Bleibendes auf den Weg gebracht.“ Überzeugt spricht Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, über das Programm und hat bereits die Fortsetzung des Programms öffentlich in Berlin verkündet.

 



Sachbericht

 

Im Rahmen des Projektes KOCHGALOPP wurden regelmäßig mittwochs auf dem Gelände des Reitvereins Integration in Bernau Kurse für Reiten und Voltigieren durchgeführt. Auch die Theorie kam nicht zu kurz.
Folgende Aktivitäten wurden durchgeführt und folgende Fragen behandelt:

 

Sicherheitsbestimmungen: Wie verhält man sich in einer Reithalle, Sicherheitsregeln am Pferd? 

Kindgerechte Theorie am Pferd (Farbe, Rasse, Körperteile, was frisst ein Pferd, Fluchtverhalten)
und am Holzpferd (Voltigier-Übungen wie Mühle, Fahne, Bank)

Voltigier-Übungen am Pferd: 

  • Mitlaufen am Pferd im Schritt und Trab
  • Aufgang mit Hilfestellung
  • Übungen im Schritt (Armkreisen, Hinlegen, Pferd loben...) 
  • dann Steigerungen wie Umdrehen in den Rückwärtssitz, Aufknien...
  • Sitzen im Trab und oder Galopp
  • sicheres Abgehen vom Pferd

In jeder Stundeneinheit wurde das Übungsprogramm im Schritt auf dem Pferd immer weiter perfektioniert. Die bereits erworbene Körperspannung und die erlernte Bewegungserfahrung dienten jetzt als Grundlage. Einzelübungen wie der "freie Grundsitz" oder der "Innensitz" erhielten eine immer bessere Qualität. Weiterhin gab es jedes Mal einen kleinen Theorieblock. Die Kinder kannten sich bald gut aus und konnten beim Putzen, Führen und Aufsatteln des Pferdes immer mehr mithelfen. Auch Krankheiten, Sicherheitshinweise und das Tierschutzgesetz wurde kindgerecht vermittelt.

 

Die Kurse zur gesunden Ernährung fanden regelmäßig einmal in der Woche in den Räumlichkeiten der Johanna Schule in Bernau statt. In kleinen Gruppen wurden gesunde Rezepte nachgekocht, gemeinsam verkostet und die Kinder haben die Rezepte auch mit nach Hause nehmen dürfen, um diese mit den Eltern und Freunden zu teilen.

Die Teilnahme am Kochprojekt erfolgte freiwillig, mit der Voraussetzung, dass eine regelmäßige Teilnahme an mindestens 4 aufeinanderfolgenden Wochen stattfand. Einige Kinder blieben über einen längeren Zeitraum dabei, andere nahmen mit Unterbrechungen teil. Falls Kinder mal krank waren, durften andere Kinder einspringen, mitmachen und schnuppern. 

 

Während der 90 minütigen Kochstunde wurden die eingekauften Zutaten, die größtenteils vom Bernauer Tafel e.V. gestellt wurden, beäugt, beschnuppert, gewaschen, namentlich benannt und in Lebensmittelkategorien eingeteilt. Häufig waren die exotischen Früchte den Kindern unbekannt, viele wussten beispielsweise nicht was eine Avocado ist, wie sie schmeckt oder wie man sie zubereitet. Die Kinder staunten immer wieder über die unbekannten Lebensmittel, waren neugierig und wollten stets von allem probieren.

 

Nach dem Waschen der Lebensmittel fand die Zubereitung der Nahrungsmittel nach Rezeptanleitung statt. Dabei lernten die Kinder zum Beispiel den Umgang mit dem Messer, wie man es richtig zu halten hat, wie man damit sicher schneidet und ebenso erlernten sie unterschiedliche Schnitttechniken. Die Kinder hatten dabei immer sehr viel Spaß gemacht, obwohl es manchmal eine knifflige Aufgabe war Zwiebeln fein zu hacken oder Obst wie Melone und Ananas zu schneiden. Besonders gefiel, dass stets  von allem genascht werden konnte. Sie naschten jedoch nicht nur vom Obst und Gemüse, sondern probierten auch die vielen unterschiedlichen Gewürze und Kräuter. 

 

Nachdem alle Zutaten fertig geschnitten und vorbereitet waren, ging es an die Zubereitung. Die Kinder wogen die Zutaten, übten sich im Umgang mit dem Messbecher oder dem Spiralschneider, rührten, mixten und kneteten. Manchmal wurde auch einfach nur mit den Lebensmitteln und der Zubereitungsart experimentiert und improvisiert. Nebenbei wurden auch andere wichtige Tätigkeiten verrichtet, wie den Tisch decken oder Geschirr abspülen.

Das fertiggestellte Gericht wurde dann gemeinsam am gedeckten Tisch verkostet und beurteilt. Häufig wollten die Kinder das Zubereitete auch den anderen Kindern, die nicht am Kurs teilnahmen präsentieren und sie probieren lassen. 

 

Manchmal zauberten die Kinder kleine Geschenke für die Familie und für Freunde. Die selbstgemachten Leckereien, wie z.B. handgemachte Pralinen, wurden dann stolz mit nach Hause gebracht, präsentiert und gekostet. Auch die Rezepte wurden den Kindern mit nach Hause gegeben, sodass die Rezepte zuhause nachgekocht werden konnten. So berichteten des Öfteren dann auch einige Kinder stolz, dass sie die Rezepte auch mit den Eltern versucht hätten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Kinder nicht nur den Umgang mit Lebensmitteln und Küchenutensilien erlernten, sie lernten auch in Form von Theorie und Praxis, welche Lebensmittel gesund für den Körper sind, und welche weniger. Sie erfuhren beispielsweise, dass Vitamine wichtig für unser Immunsystem sind, dass es Alternativen zum gern verwendeten Industriezucker gibt, und wie die zu Hause verwendeten Zutaten durch noch gesündere ersetzt werden können. Durch gesunde selbstgemachte Milchshakes bekamen die Kinder eine Alternative zu Milchshakes von Fastfood Ketten aufgezeigt. Oder wir haben Burger, Döner und Pommes auf gesunde Art und Weise zubereitet. Beispielsweise wurde weniger Öl verwendet.  Statt frittierten Pommes gab es Pommes aus dem Backofen und der Döner wurde mit viel frischem Gemüse aber auch mit gebackenem Gemüse gefüllt. Die Kräutersoße dazu wurde mit frischen Kräutern selbst zubereitet. Große Begeisterung kam auch auf, als die Kinder sich in der Saftherstellung versuchen durften. 

 

Jenes Wissen, welches sie während der vielen Kochstunden spielerisch erlernt hatten, konnten die Kinder dann zum Sommerfest und zur Projektpräsentation unter Beweis stellen.  So teilten sie an einem Flip-Chart z.B. Bilder zum Thema Ernährung und Gesundheit in zwei Kategorien ein: „gesund und ungesund für Körper und Zähne“ und hatten viel Spaß daran. Dabei wurden viele Lebensmittel richtig zugordnet und es wurde offensichtlich, dass das neu Erlernte behalten wurde und angewandt werden konnte. Außerdem konnte sich jeder eine Kochschürze schnappen und Fruchtspieße zusammenstellen und verzehren. Schnell, einfach und doch gesund war das Motto an dem Tag. 

Ein toller Abschluss des Kochgalopp Projekts war die Aushändigung der eigens für die Kinder kreierten Kochbücher. Dafür hatten sich die Kinder einige Wochen vorher ihre Lieblingsrezepte zusammengestellt, passende Fotos wurden hinzugefügt und belebten die Rezepte. Besonderer Dank gilt auch Constanze Guhr, die das Buch zusätzlich hübsch und kindgerecht illustriert hat und aus dem Kochbuch ein wunderbares Erinnerungsstück gezaubert hat. Zum Schluss wurden die Rezepte professionell laminiert, gebunden und farbig gedruckt. Die Kinder waren stolz und begeistert, als sie ihr eigenes Kochbuch mit ihren Lieblingsrezepten aus den vergangenen Wochen in den Händen hielten.

 

 

Die Projektpräsentation fand im Rahmen des Sommerfestes der Schule statt, zu dem in Bernau öffentlich eingeladen wurde und zu dem auch viele Familienangehörige der Teilnehmer/-innen kamen. Da sich die Robinsonschule am Rande des Bernauer Stadtparks befindet, war es möglich die Präsentation auf den Pferden inmitten des Stadtparks durchzuführen. Mit großem Eifer  und bunt kostümiert zeigten die Kinder, wie schön sie das Gleichgewicht und die Körperspannung auf dem Pferd halten können. Sie halfen sich gegenseitig auf das Pferd, turnten allein oder zu zweit im Schritt und Trab des Pferdes. Da staunten auch so manche Eltern, was ihr Kind alles schon gelernt hatte. Anschließend durften Besucher/-innen der Veranstaltung, darunter auch eine Kindergartengruppe, den Pferden näherkommen und sie streicheln. Zur Stärkung aller wurden am großen Buffet gesunde und leckere Speisen serviert. Die kleinen und großen Gäste ließen es sich schmecken und beantworteten spielerisch Fragen zur gesunden Ernährung. Alles in allem war die Veranstaltung ein voller Erfolg!